Wie ihr sicher wisst, habe ich ein absolutes Faible für Besonderheiten, für Nischengarne und für kleine Manufakturen. Ich interessiere mich für Produkte von Menschen, die dem großen Markt trotzen und ihre Leidenschaften umsetzen, in local Hergestelltes.

Aus diesem Faible heraus hatte ich euch Anfang des Jahres gefragt, ob ein Interesse nach besonderen Schafrassen besteht.

Ich habe jede Menge spannender Antworten von euch bekommen, und habe mich daraufhin auf die Suche gemacht, doch nichts wollte so richtig zu uns passen. Gotlandschafwolle zum Beispiel…ich habe mit Firmen und Züchtern gesprochen, sie in fantastischen Farben gesehen, doch dann verstanden: das, was Gotlandschafwolle ausmacht, sind die vielen verschiedenen Grautöne an einem Schaf. Diese Grauvielfalt geht aber bei den größeren Betrieben beim Kardieren verloren und man bekommt ein Einheitsgrau, welches gefärbt wird, und somit nicht mehr typisch ist. Fiel also flach für mich.

Dann habe ich in einem Kurzurlaub Ovis Et Cetera entdeckt, und mich sofort begeistert.

Ovis Et Cetera ist local hergestellte Wolle. Die Wolle stammt von unterschiedlichen Schafrassen, die alle in Holland leben, auch das beigemischte Alpaka kommt aus Holland. Bei den Schafrassen wird zum Beispiel Wolle des Texelaar Schafs verwendet, welches auf den Deichen lebt, oder das Kempisch Heideschaap, welches in Hollands Heidelandschaft angesiedelt ist, um dort die Heide klein zu halten. Auch Blue du Maine Schafwolle kommt zum Einsatz. Die Wolle dieser Schafe wird für Ovis Et Cetera Gründerin Saskia versponnen und von ihr handgefärbt.

Saskia schwelgt dabei in Farben, und hat eigens für uns eine Farbpalette kreiert, die es sonst nirgends gibt. Sie erzählte mir, das sie immer mehrere Farben mit dem gleichen Wasser färbt, und dabei eine Färbe-Reihenfolge entwickelt hat, bei der nach der letzten Färbung das Wasser klar ist und alle Farbe in der Wolle gelandet ist. Was ein sehr wasser- und umweltschonendes Verfahren ist.

Darüber hinaus sind alle Ovis Et Cetera Wollen bewusst non superwash.

Wenn man mal überlegt, was Superwash bedeutet, kommt man ins Grübeln, ob es wirklich schlimm ist, Wollsachen mit der Hand zu waschen. Bei der gängigen Superwash Ausrüstung wird für eine Tonne Wolle ca. eine halbe Tonne Chlor und andere Chemikalien verwendet, um die Wolle filzfrei, und somit maschinenwaschbar zu machen. Ich kenne nur eine einzige Wolle, die maschinenwaschbar ist, ohne dafür auf Chemie zurückgreifen zu müssen, und das ist die GOTSzertifizierte Rosy Green Wool, die kein Chlor verwendet und trotzdem maschinen waschbar ist.

Ovis Et Cetera ist auf jeden Fall Non Superwash und ich finde, das passt zur Wolle. Wir haben bislang zwei Garne im Sortiment. Die Texelaar Sock, eine Sockenwolle, die Saskia für uns in klaren, kräftigen Farben gefärbt hat, mal mit mal ohne Verlauf. Und das Lacegarn Quadruple Dutch, aus 4 verschiedenen Wollen: Merino, Shetland, Alpaka und Blue du Maine, ebenfalls alle 4 in Holland gewachsen, etwas verwaschener, pastelliger gefärbt und so aufeinander abgestimmt, das man sie auch gut für Fair Isle verwenden kann:

Das die Garne bei den verwendeten Schafwollen nicht merinomäßig weich sind, versteht sich von selber. Ich finde sie aber nicht kratzig. Ich mag das Robustere, den kernigen Griff und würde z.B.  Quadrupel Dutch auf jeden Fall auch um den Hals tragen können. Es muss ja nicht immer alles weich weicher am weichsten sein, manchmal braucht man auch einfach etwas griffigeres.

Hier Ovis Et Cetere Garne im Shop anschauen (klick)

Abschließend noch ein Podcast, den wir aufgenommen haben, als Saskia bei mir war. Danke an Saskia!

2 thoughts on “Eine neue Besonderheit : Ovis Et Cetera

    1. Danke! Saskia hat mir erzählt, das sie viel Vorarbeit geleistet hat, und nicht einfach die Fertigfarben benutzt, sondern ganz viel mischt und ausprobiert, und eigene Farben entwickelt

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