Rosy Stegmann, die Gründerin und Inhaberin der Firma Rosy Green Wool, hat sich ganz der Produktion hochwertiger, biologisch einwandfreier Wolle verschrieben. Doch nicht nur das, wer einmal Rosy Stegmann`s Merinowollen „Cheeky Merino Joy“ oder „Big Merino Hug“ verstrickt hat, versteht, warum ihr Konzept aufgeht. Die Wolle fließt geradezu von den Nadeln, ist himmlisch weich und trägt sich wunderbar. Sie hält die Form und ist maschinenwaschbar. Kein Pilling. Kein Ausleiern. Und 20 Farben, die zueinander passen und unendliche Farbkombinationen ermöglichen. Wir haben Rosy Stegmann interviewed :

1.Frau Stegmann, Rosy Green ist eine Erfolgsgeschichte. Mir fallen sofort drei Dinge ein, die hierfür als Ursache stehen könnten: a) die erste wirkliche Biowolle, b) die hervorragende Qualität in Verbindung mit den wunderschönen Farben und c) die Authentizität mit der Sie und Ihr Mann für die Wolle stehen. Können Sie dem zustimmen oder kommen Ihnen ganz andere Begriffe in den Sinn?

„Ich denke auch, dass es eine Kombination aus verschiedenen Faktoren ist, die unsere Wolle so beliebt macht. Unsere Kunden schätzen sehr, dass wir nicht einfach nur behaupten „Bio“ zu sein, sondern bei uns tatsächlich jeder Schritt in der Produktionskette nach dem derzeit strengsten internationalen Bio-Textil-Standard (GOTS) zertifiziert ist, einschließlich der Garantie sozialer Arbeitsbedingungen, geprüft und kontrolliert durch unabhängige Institutionen. Außerdem hören wir immer wieder, dass die Weichheit unserer Wolle einfach unschlagbar sei und auch die gute Kombinierbarkeit unserer Farben untereinander trägt sehr zur Beliebtheit gerade für Tücher und verschiedene Arten von Colour Work bei. Ich freue mich natürlich besonders, wenn Kunden unseren Ansatz schätzen, konsequent nur Bio-zertifizierte Garne herzustellen, denn auf andere Weise möchte ich einfach keine Wolle produzieren, nach allem was ich inzwischen über die weltweiten Produktionsverhältnisse weiss.“

2.Gibt es viele Anfragen von Kunden und Händlern auch andere Qualitäten mit ihren Standards zu produzieren und wie sieht die Planung diesbezüglich bei Ihnen aus?

„Verständlicherweise wünschen sich Kunden immer mal wieder etwas Neues – unsere limitierten Farben, die wir immer wieder herausgeben, sind daher immer heiß begehrt und oft schon nach wenigen Tagen ausverkauft. Allerdings wollen wir auch in der Produktgestaltung nachhaltig und langfristig denken und Qualitäten und eine Farbpalette schaffen, die zeitlos sind und von denen man wirklich lange etwas hat. Wir experimentieren natürlich auch weiter mit neuen Garnarten und Fasern. Da wir aber nur GOTS-zertifizierte Fasern einsetzen ist es ein sehr aufwändiger und schwieriger Prozess, Produzenten zu finden, die selbst auch GOTS-zertifiziert sind und zudem die benötigten Mengen in gleichbleibender Qualität liefern können. Insofern dauert es viel länger und ist kostspieliger, ein neues GOTS-zertifiziertes Garn zu entwickeln als ein konventionell hergestelltes.“

3.Bleiben Sie bei reiner Merinowolle oder stehen auch Qualitäten wie z.B. Yakwolle im Fokus?

„Letztens haben wir ja ein sehr feines Melange-Garn aus Merino und Manx Loaghtan bzw. Merino und Hebridean herausgebracht. Insofern beziehen wir auch Wolle seltener europäischer Schafrassen mit ein. Wie gesagt experimentieren wir zudem mit verschiedensten weiteren Fasern in zertifizierter Bio-Qualität. Allerdings haben wir noch keinen Importeur GOTS-zertifizierter Yak-Wolle gefunden. Falls Sie einen kennen, sagen Sie uns unbedingt bescheid! :-)

4.Sie waren in Amerika- wie groß ist der Wunsch den amerikanischen Markt zu erobern und Biowolle dort bekannt zu machen?

„Wir haben dieses Jahr die Chance genutzt, uns die großen Schaf- und Woll-Festivals Maryland und Rhinebeck anzusehen. Rhinebeck war besonders beeindruckend, schon alleine von der Größe her. Man findet dort wirklich alles was das Herz begehrt – tolle Schafe, Ziegen, Lamas und Angora-Hasen, Rohwolle, ausgefallene Spinn- und Färbematerialien, fantastische Bücher und Magazine und natürlich jede Menge außergewöhnliche Garne. Ein Wochenende war fast zu kurz, um sich alles genau anzuschauen. Das war natürlich auch eine gute Gelegenheit einige unserer beruflichen Kontakte und Freunde dort zu treffen. Wir haben ja auch bereits einige Händler in den USA, die sehr erfolgreich unsere Wolle verkaufen.“

5.Wo sehen Sie Rosy Green Wool in fünf Jahren – bzw. was wünschen Sie sich?

„Ich wünsche mir, noch viel mehr für Schafe tun zu können, weil ich zutiefst davon überzeugt bin, dass wir es den Tieren einfach schuldig sind, sie gut und respektvoll zu behandeln. Ein erster wichtiger Schritt ist dabei sicherlich auf die grausamen Bedingungen bei der Massentierhaltung von Merino-Schafen aufmerksam zu machen, wie wir es von Anfang an getan haben. Aber auch Projekte, die aktiv zum Artenschutz beitragen, wie unsere Melange-Garne aus Wolle seltener und vom Aussterben bedrohter Schafe, halte ich für sehr wichtig. Allerdings können wir all das nur zusammen mit unseren Kunden erreichen. Daher ist mein größter Wunsch, immer mehr StrickerInnen von diesen Ideen begeistern zu können und hoffentlich zu überzeugen, dass etwas Gutes beim Wolleinkauf zu tun nicht notwendigerweise heißen muss, auf Weichheit oder schöne Farben zu verzichten. Ich wünsche mir, auch in fünf Jahren die Arbeit, die wir begonnen haben, mit so viel Freude und Begeisterung weiterführen zu können wie bisher.“

Liebe Grüße

Rosy Stegmann

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Fotos von Rosy Green Wool

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